10. März: Erinnerung an die erste Sitzung des Potsdamer NS-Erbgesundheitsgerichts vor 90 Jahren, am 10. März 1934

Blick in die Dauerausstellung zum sogenannten NS-Erbgesundheitsgericht in der Gedenkstätte Lindenstraße

Blick in die Dauerausstellung zum sogenannten NS-Erbgesundheitsgericht in der Gedenkstätte Lindenstraße

Vor genau 90 Jahren tagte am 10. März 1934 das Potsdamer „Erbgesundheitsgericht“ zum ersten Mal. Bereits bis Ende des Jahres 1934 hatte es die Zwangssterilisation von mehr als 700 Menschen aus der Region um Potsdam angeordnet. Ingesamt wurden während der NS-Diktatur etwa 400.000 Menschen wegen vermeintlicher „Erbkrankheiten“ zwangsweise sterilisiert. Über 6.000 Personen, hier insbesondere Frauen und Mädchen, verstarben infolge von Komplikationen nach der Operation. Ein großer Teil der Betroffenen von Zwangssterilisationen waren Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren.

Die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße nimmt aus diesem Anlass auch diesen Teil der NS-Geschichte des Ortes, der Stadt Potsdam und der Region in den Blick. Das „Erbgesundheitsgericht“ hatte seinen Sitz am einstigen Haft- und Justizort in der Lindenstraße. Zur Erinnerung an die erste Sitzung des Potsdamer „Erbgesundheitsgerichts“ und die anschließende Verfolgung von Menschen aufgrund von „Erbkrankheiten“, ergänzt die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße ihre Dauerausstellung um mehrere Biografien in Leichter Sprache. Sie werden am 10. März 2024 um 11 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt. Anschließend wird eine thematische Einführung in Leichter Sprache angeboten. Hier geht es zu Veranstaltung.