Theateraufführung: Zwangsvereinigung “… es bleibt uns ja nischt Walter Ulbricht.“

Erich Honecker (3. Reihe, 2.v.l.) im Präsidium des Vereinigungsparteitages von Kommunistischer Partei Deutschlands und Sozialdemokratischer Partei Deutschlands zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands am 21./22. April 1946 in Berlin. In der 1. Reihe (v.r.n.l.): Walter Ulbricht, Otto Grotewohl und Wilhelm Pieck bei ihrem historischen Händedruck. © Bundesarchiv, Bild 183-W0910-305 CC-BY-SA 3.0, Fotograf: Pisarek Abraham

Erich Honecker (3. Reihe, 2.v.l.) im Präsidium des Vereinigungsparteitages von Kommunistischer Partei Deutschlands und Sozialdemokratischer Partei Deutschlands zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands am 21./22. April 1946 in Berlin. In der 1. Reihe (v.r.n.l.): Walter Ulbricht, Otto Grotewohl und Wilhelm Pieck bei ihrem historischen Händedruck. © Bundesarchiv, Bild 183-W0910-305 CC-BY-SA 3.0, Fotograf: Pisarek Abraham

Nach den Aufzeichnungen von Erich W. Gniffke: JAHRE MIT ULBRICHT 1945-48

Die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße präsentiert am 28. April um 18 Uhr in Kooperation mit dem theater 89, dem Brandenburger Forum für Sozial- und Demokratiegeschichte e.V. und der Historischen Kommission der SPD Brandenburg das Theaterstück über die Bildung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) aus der zwangsweisen Vereinigung von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). Diese fand auf dem „Vereinigungsparteitag“ am 21. und 22. April 1946 im Admiralspalast in Berlin statt.

Was vor 80 Jahren als Akt demokratischer Willensbildung inszeniert wurde, war eine wesentliche Etappe auf dem Weg in die kommunistische Diktatur in Ostdeutschland. Aus den seit 1990 zugänglichen Archiven der DDR geht hervor, dass die Einheitspartei auf Beschluss von Stalin zustande kam und von der sowjetischen Besatzungsmacht mit Einschüchterungen und Festnahmen durchgesetzt wurde. Die SED etablierte in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), späteren DDR, eine Einparteienherrschaft. Sie regierte bis zum Sturz durch die Ereignisse des Herbstes 1989.

Die Theateraufführung findet statt im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Das graue Elend von Potsdam. Sowjetischer Haft- und Tribunalort Lindenstraße 1945–1952“, die noch bis zum 12. Juli 2026 genau jene sowjetische Nutzungsphase des Justiz- und Haftortes Lindenstraße in den Blick nimmt. Dieses Areal beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst im Juli 1945. Er nutzte es bis 1952 im Kontext von Entnazifizierung und der Errichtung einer neuen Diktatur stalinistischer Prägung. Der Haftort Lindenstraße diente als überregionales Sammel-, Untersuchungs- und Durchgangsgefängnis für mehr als 2.000 Männer, Frauen und Jugendliche aus über 15 Nationen Europas. Im Gerichtsaal tagten Sowjetische Militärtribunale. Sie verhängten in Prozessen, die keinerlei rechtsstaatlichen Grundsätzen entsprachen, unverhältnismäßig hohe Strafen bis hin zur Todesstrafe.

Das theater 89 ist ein professionelles freies Theater in Brandenburg, das im Mai 1989 in Berlin gegründet wurde. Es folgt einem Konzept der Aufführung selten gespielter, vergessener oder ins Abseits gedrängter Autoren.

Theateraufführung, am 28.04.2026, 18 Uhr
Zwangsvereinigung “… es bleibt uns ja nischt Walter Ulbricht.“
Fassung: Hans-Joachim Frank
Mit Schauspielerinnen und Schauspielern von theater 89

Anschließend moderiertes Gespräch mit Steffen Reiche. Gründungsmitglied der SDP in Schwante, Mitglied der Volkskammer, Landesvorsitzender der SPD Brandenburg von 1990 bis 2000, MdL, Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur und Minister für Bildung, Jugend und Sport, von 2005 bis 2009 MdB.

Der Eintritt ist frei.
Anmeldung erforderlich unter: info[at]gedenkstaette-lindenstrasse.de

Datum/Zeit
28.04.2026
18:00 Uhr