Tag des offenen Denkmals in der Gedenkstätte Lindenstraße

Blick hinter die Kulissen, Einblick in die Haftbibliothek der Gedenkstätte Lindenstraße © Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße

Blick hinter die Kulissen, Einblick in die Haftbibliothek der Gedenkstätte Lindenstraße © Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße

Der Gebäudekomplex in der Lindenstraße 54/55 umfasst auf über 3.000 Quadratmetern historische Architektur von den 1730er Jahren bis in die Gegenwart. Nicht alle Bereiche sind jedoch öffentlich zugänglich. Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 erhalten Besucher:innen wieder einen exklusiven Einblick in den ehemaligen Wohnbereich des Strafgefangenen-Arbeitskommandos, in die Gefängnisbibliothek sowie in die Kapelle.

10:00 – 18:00 Uhr: Eintritt frei und kostenfreie Audioguides

Der Eintritt in die Gedenkstätte und die Audioguides in den Sprachen Deutsch, Deutsche Leichte Sprache, Englisch, Spanisch, Französisch, Dänisch, Polnisch sowie der Gedenkstättenguide in Deutscher Gebärdensprache sind am Tag des offenen Denkmals kostenfrei.

11:00 Uhr / 13:00 Uhr / 16:00 Uhr: Führung mit Blick in sonst nicht öffentliche Bereiche

Bei einem geführten Rundgang durch die Gedenkstätte lernen die Besucher:innen den historischen Ort und seine Geschichte kennen. Sie entdecken bauliche Spuren aus den unterschiedlichen Haftperioden und erfahren, warum Menschen hier zwischen 1933 und 1989 inhaftiert und verurteilt worden sind. Zum Tag des offenen Denkmals erhalten Besucher:innen zudem einen exklusiven Einblick in sonst nicht öffentlich zugängliche Bereiche, wie den ehemaligen Wohnbereich des Strafgefangenen-Arbeitskommandos, die Gefängnisbibliothek sowie die Kapelle.

Um Anmeldung zu den Führungen wird gebeten unter info@gedenkstaette-lindenstrasse.de

Zur Geschichte des Gebäudekomplexes

Das Vorderhaus der Lindenstraße 54 wurde 1734 bis 1737 im Auftrag von König Friedrich Wilhelm I. als barockes Stadtpalais im holländischen Stil errichtet. Neben dem Stadtschloss galt das „Große Holländische Haus“ als eines der prächtigsten Wohngebäude in Potsdam. Nach dem Ende der napoleonischen Besatzung trat im Rahmen der preußischen Reformen am 19. November 1808 die preußische Städteordnung in Kraft. Auch in Potsdam wurde erstmalig eine Stadtverordnetenversammlung gewählt, die ab 1809 in der Lindenstraße 54 tagte. 1820 zog das Potsdamer Stadtgericht mitsamt Gefängnis in das Gebäude, ab 1879 hatte hier das Amtsgericht seinen Sitz. Im Hinterhof entstand zwischen 1907 und 1910 der noch heute vorhandene Gefängniskomplex. In der nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945 diente das Haus als Gefängnis für politisch und rassistisch Verfolgte sowie ab 1934 als Sitz eines sogenannten Erbgesundheitsgerichts. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die sowjetische Geheimpolizei NKWD das Areal als zentrales Gefängnis im Land Brandenburg sowie als Sitzungsort Sowjetischer Militärtribunale. Ab 1952 war an diesem Ort die regionale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR angesiedelt. Im Ergebnis der Friedlichen Revolution 1989/90 wurde aus dem Gefängnis ein Ort der Demokratie.

Datum/Zeit
13.09.2026
10:00 Uhr