Tag der offenen Tür in der Gedenkstätte Lindenstraße

Warteschlange vor der Lindenstraße 54,55 am Tag der offenen Tür, 17.2.1990 © Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße, Foto Dieter Drewitz

Warteschlange vor der Lindenstraße 54,55 am Tag der offenen Tür, 17.2.1990 © Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße, Foto Dieter Drewitz

Am 3. Oktober 2026, zum Tag der Deutschen Einheit, lädt die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße auch in diesem Jahr wieder zum traditionellen Tag der offenen Tür mit einem vielfältigen, kostenfreien Programm ein. Daneben können Besucher:innen bei Kaffee und Kuchen mit Zeitzeug:innen, mit Mitarbeitenden der Gedenkstätte Lindenstraße und mit Mitgliedern der Fördergemeinschaft »Lindenstraße 54« ins Gespräch kommen.

Alle Angebote im Überblick

10-18 Uhr: Freier Eintritt und kostenfreie Audioguides & Guides in DGS
Der Audioguide ist in verschiedenen Sprachen (Deutsch, Deutsche Leichte Sprache, DGS, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch und Dänisch) ganztägig verfügbar. Alle Angebote am Tag der offenen Tür sind kostenfrei.

10 Uhr: Inklusive Tastführung – Geschichte in Händen halten
In der Tastführung erkunden die Teilnehmer:innen die Geschichte des Hauses über ihre Hände – sie ertasten zum Beispiel Wände und Gitter, Schlösser und Anstaltskleidung. Die Führung steht Besucher:innen mit und ohne Sehbehinderungen offen. Für Menschen mit schwererer Sehbehinderung empfehlen wir die Anwesenheit einer Begleitperson. Die Teilnehmer:innen müssen im Rahmen der Führung Treppen steigen. Sitzgelegenheiten stehen zur Verfügung.

11 Uhr: Dialogführung mit dem Zeitzeugen Bernd Richter & Co-Kuratorin Martina Reimann zur Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“
Die Sonderausstellung fragt nach den Auswirkungen von politischer Haft im Leben der Betroffenen nach ihrer Entlassung. In der Dialogführung gibt Bernd Richter persönliche Einblicke in sein Leben nach der Haft. Er ist einer von 20 ehemaligen politischen Häftlingen, deren Geschichte in die Sonderausstellung erzählt wird. Dabei ist das Reden über die Haft für Bernd Richter nicht leicht: „Ich merke, dass ich im Sprechen verkrampfe. Das zeigt mir, dass man nach außen hin locker rüberkommt, aber innen drin ist es doch eine Situation, die mich noch gefangen hält.“ Diese und andere Folgen der Haft, aber auch seine persönlichen Aufarbeitungsstrategien, reflektiert er im Gespräch mit Kuratorin Martina Reimann.

Eine Anmeldung zur Dialogführung ist nicht erforderlich aber zur besseren Planbarkeit erwünscht unter info[at]gedenkstaette-lindenstrasse.de

11-17 Uhr: Stündliche Kurzführungen zur Geschichte des ehemaligen Haft- und Justizortes
Jeweils zur vollen Stunde erhalten die Besucher:innen in einer 30-minütigen Kurzführung einen Überblick über den ehemaligen Haft- und Justizort, entweder thematisch ausgerichtet auf die NS-Zeit 1933-1945, in der das Haus ein Gefängnis für politisch und rassistisch Verfolgte sowie ab 1934 Sitz eines Erbgesundheitsgerichts war oder thematisch fokussiert auf den Zeitraum 1952-1989, als das Haus als Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit der DDR für den Bezirk Potsdam diente.

11-15 Uhr: Beratung für Betroffene und Angehörige politischer Verfolgung
mit Mitarbeitenden der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD)

12 Uhr: Führung durch die neue Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“
Die Führung gibt vertiefende Einblicke in die neue Sonderausstellung, die den Blick auf die Frage richtet, wie sich politische Haft auch nach dem Haftende auf das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen auswirkte.

13 Uhr: Offener Workshop: „Wir Anderen. Gesellschaftliche Vielfalt in der SED-Diktatur“
Wie vielfältig war die Gesellschaft in der DDR und welche Erfahrungen wurden dabei lange wenig sichtbar? In einem kurzen Geschichtslabor gehen die Teilnehmenden anhand biografischer Quellen und persönlicher Geschichten den Lebensrealitäten von Menschen mit Migrationsgeschichte, Juden und Jüdinnen und queeren Menschen in der DDR nach. Gemeinsam werden Fragen nach Zugehörigkeit, Ausgrenzung und gesellschaftlicher Vielfalt untersucht und mit der Frage verbunden, welche Bedeutung diese Erfahrungen für unsere Gegenwart haben.

15 Uhr: Mehrgenerationengespräch mit der Zeitzeugen-Familie Kurth im Rahmen der neuen Sonderausstellung „Leben nach der Haft.“
Zu den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die in der neuen Sonderausstellung vorgestellt werden, gehört auch die Familie Kurth. Im Gespräch geben sie Einblicke in die Ereignisse des Jahres 1984. Claus Kurth und seine Frau gerieten ins Visier der Staatssicherheit, weil sie einen Ausreiseantrag gestellt hatten. Die Verhaftung traf die Familie unerwartet. Vater und Tochter erzählen von der Heimunterbringung der Kinder direkt nach der Inhaftierung der Eltern, der Zeit der Trennung und vom Moment des Wiedersehens nach der Haft. Sie blicken zurück auf 40 Jahre familiären Austauschs, die seitdem vergangen sind und auf die gemeinsame Verarbeitung, bei der auch die Besuche ehemaliger Haftorte eine Rolle spielen.

Aufgrund der begrenzten Platzmöglichkeiten ist eine Anmeldung zum Mehrgenerationengespräch erforderlich unter info[at]gedenkstaette-lindenstrasse.de.

Datum/Zeit
03.10.2026
10:00 Uhr