Protestieren für die Stadt: Die Gruppe ARGUS 1989/90

Neue baupolitische Perspektiven für Potsdam Podiumsgespräch mit Albrecht Gülzow, Michael Heinroth und Saskia Hüneke

Abrissstop in der Dortustraße im Herbst 1989

Das Jubiläum »30 Jahre Friedliche Revolution« lädt zum Rückblick auf die Ereignisse und die damaligen Akteure und Engagierten ein. Während viele die DDR nur noch verlassen wollten, setzten sich landesweit tausende Menschen aktiv für demokratische Reformen ein. Im April 1988 gründete sich in Potsdam ARGUS – die Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung. Unter dem Dach des Kulturbundes der DDR organisiert, kämpften die Mitglieder gegen Umweltverschmutzung, beschäftigten sich mit der verfallenden zweiten barocken Stadterweiterung und organisierten die ersten DDR-weiten Treffen von Umweltgruppen.

Mit einem »Argusauge«, so der Name des zensierten Vereinsblatts, dokumentierten sie den massiven Verfall und Abriss der historischen Potsdamer Innenstadt. Der mutige Protest traf auf die parallel entstandene Potsdamer Gruppe des grün-ökologischen Netzwerkes Arche, deren Ausstellung »Suchet der Stadt bestes« im August 1989 in der Nikolaikirche gezeigt wurde. Gemeinsamer Erfolg: Am 1. November 1989 beschlossen die Potsdamer Stadtverordneten den sofortigen Abriss-Stopp, ein Runder Tisch des Bauens entstand. Anfang 1990 nahm ARGUS Sitz im Haus Otto-Nuschke-Straße 53 (heute Lindenstraße), das ebenfalls bis Ende 1989 zum Stasi-Untersuchungsgefängnis gehörte.

Über diese bewegten Zeiten sprechen die ARGUS-Mitglieder Albrecht Gülzow, Michael Heinroth und Saskia Hüneke.


Der Eintritt ist frei.

Datum/Zeit
28.05.2019
18:00 Uhr
Veranstaltungsort
Saal Gedenkstätte Lindenstraße