Zwangsarbeiter:innen als NS-Justizgefangene im Gerichtsgefängnis Potsdam

Im Gerichtsgefängnis Lindenstraße inhaftierte die NS-Justiz zwischen 1940 und 1945 nachweislich 198 Zwangsarbeiter:innen aus mindestens 20 Nationen. Aufgrund tatsächlicher oder unterstellter Deliktvorwürfe saßen sie in Untersuchungshaft oder wurden vom Amts- oder Landgericht Potsdam zu einer Haftstrafe verurteilt. Erstmals liegt ein aus verschiedenen Archivquellen zusammengestelltes Haftbuch mit allen bisher bekannten inhaftierten Zwangsarbeiter:innen vor. Zusätzlich zu Lebensdaten, Verurteilungsdatum, Strafnormen und Strafmaß sind auch die Haftzeiten im Gerichtsgefängnis Lindenstraße ausgewiesen. Viele waren zusätzlich noch an anderen Haftorten inhaftiert, beispielsweise im Potsdamer Polizeigefängnis in der Priesterstraße, oder wurden für die Strafhaft in andere Strafvollzugsanstalten verlegt. Amts- und Landgericht Potsdam verurteilten darüber hinaus eine bisher unbekannte Anzahl Zwangsarbeiter:innen auch zu Geldstrafen.

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Name
Geburtsdatum
Geburtsort
Verurteilungsdatum
Nachname: Ziemian
Wladyslaw
Vorname: Wladyslaw
Geburtsdatum: 08.12.1907
Polen (Dąbrówki Breńskie)
Geburtsort: Polen (Dąbrówki Breńskie)
Nationalität:Polnisch
Verurteilungsdatum:05.05.1942
Mehr:
Untersuchungshaft:25.03.1942 - 05.05.1942
Verurteilungsdatum:05.05.1942
Strafnormen:Verordnung über die Lohngestaltung, 1938
Strafmaß:3 Monate Gefängnis
Strafvollzug:
66190a56ce6b41.99569639
Nachname: Žukauskas
Alfonsas
Vorname: Alfonsas
Geburtsdatum: 22.10.1918
Litauen (Kaunas)
Geburtsort: Litauen (Kaunas)
Nationalität:Litauisch
Verurteilungsdatum:16.09.1943
Mehr:
Untersuchungshaft:09.07.1943 - 15.09.1943
Verurteilungsdatum:16.09.1943
Strafnormen:§ 270 Täuschung im Rechtsverkehr
§ 360 Übertretungen gegenüber Behörden
Verordnung über die Lohngestaltung, 1938
Strafmaß:4 Monate und 2 Wochen Gefängnis
Strafvollzug:16.09.1943 - 29.09.1943
6617f5e6926bd9.31709090